Perle im Wandel
Im Rahmen eines konkurrierenden Planungsverfahrens wurde für das denkmalgeschützte Ensemble der Kaiserlichen Kasernen in Perleberg ein städtebauliches Konzept zur behutsamen Transformation des Areals entwickelt. Ziel war es, die besondere Qualität des historischen Ortes freizulegen und das brachliegende Ensemble aus dem späten 19. Jahrhundert in einen lebendigen Wohn- und Arbeitsstandort mit gesamtstädtischer Ausstrahlung zu überführen.
Der Entwurf basiert auf einem robusten räumlichen Grundgerüst, das die historischen Bau- und Freiraumstrukturen aufnimmt und fortschreibt. Die prägenden Appellplätze sowie die klar gefassten Gebäudekanten werden als identitätsstiftende Elemente gesichert und zu qualitätsvollen, gemeinschaftlich nutzbaren Freiräumen transformiert. Bestehende Grünräume werden weiterentwickelt und zu einem zusammenhängenden Freiraumsystem verknüpft.
Das Quartier wird über ein feinmaschiges Netz von Wegen und Freiräumen in die Gesamtstadt eingebunden. Neue und bestehende Verbindungen stärken die Anbindung an die Innenstadt und die angrenzenden Wohngebiete und machen das Areal zu einem integralen Bestandteil des städtischen Gefüges.
Die Nutzungsstruktur verknüpft Wohnen, Gesundheit, Bildung, Gewerbe und kulturelle Angebote zu einem vielseitigen, klar gegliederten Quartier. Unterschiedliche Wohnformen sowie ergänzende Angebote des täglichen Bedarfs fördern eine lebendige Mischung und schaffen die Grundlage für ein langfristig tragfähiges Quartier.
Ein besonderer Fokus liegt auf der denkmalgerechten Weiterentwicklung des Bestands. Die vorhandenen Gebäude werden erhalten, behutsam transformiert und durch neue Nutzungen ergänzt. Flexible Grundrisse und anpassungsfähige Nutzungsbausteine ermöglichen es, das Quartier langfristig weiterzuentwickeln und auf zukünftige Anforderungen zu reagieren.
Die Freiräume werden als klimaresilientes System ausgebildet: Versickerungsfähige Oberflächen, integriertes Regenwassermanagement und eine differenzierte Bepflanzung stärken Mikroklima und Aufenthaltsqualität. Die historischen Platzräume bleiben in ihrer räumlichen Klarheit ablesbar und werden zugleich neu interpretiert.
Die Verkehrsorganisation folgt dem Ziel eines weitgehend autoarmen Quartiers. Der motorisierte Verkehr wird klar geführt und an den Rändern gebündelt, während die inneren Freiräume dem Fuß- und Radverkehr vorbehalten bleiben. So entsteht ein zusammenhängendes Netz öffentlicher Räume mit hoher Aufenthaltsqualität und klarer Orientierung.
Die Entwicklung ist in mehreren Phasen angelegt und ermöglicht eine schrittweise Transformation des Areals unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und struktureller Rahmenbedingungen.
| Projekt | Wettbewerb Kaiserliche Kaserne Perleberg |
|---|---|
| Ort | Perleberg |
| Zeitraum | 01/2023 - 04/2023 |
| Auslober:in | GWG Wohnungsgesellschaft mbH Perleberg |
| Leistungsumfang | Konkurrierendes Verfahren, ein erster Preis |
| Kategorie/n | Wettbewerbe Wohnen Stadtplanung Städtebau |