© Marco Laske
So schön kann grün sein
Der Ersatzneubau der Schulsporthalle bietet mit Gymnastikraum, 1,5-Feld-Halle und Mehrzweckfunktion vielfältige Nutzungsmöglichkeiten und alles mit ungewöhnlichen Aus- und Durchblicken für Schüler:innen und Freizeitsportler:innen.
Die neu erbaute Sporthalle auf dem Grundschulstandort Astrid-Lindgren im Cottbuser Stadtteil Alt Schmellwitz befindet sich im nordöstlichen Bereich des Schulgeländes. Damit grenzt sie die östliche Seite des zentral gelegenen Schulhofes nach Osten zur Wohnbebauung hin ab, formuliert die nördliche Kante des Vorplatzes und trägt entscheidend zur Adressbildung bei.
Im Süden, zum Vorplatz orientiert, befindet sich der überdachte Haupteingang der Halle. Die Eingangssituation vermittelt sowohl vor als auch nach dem Betreten des Gebäudes Großzügigkeit und Transparenz.
Die offene und großflächig verglaste Eingangszone feiert das Betreten und das Verlassen des Gebäudes nach der körperlichen Betätigung. Die fest eingebaute Sitzbank im Foyer ermöglicht gleichzeitig Kontemplation und Kommunikation.
Hinter dem Foyer liegt als Sonderfunktion ein Gymnastikraum. Über eine große Glasscheibe oberhalb entsteht eine Sichtverbindung übers Foyer hinaus zum Vorplatz. Dadurch erhält dieser tief im Gebäude liegende Raum eine besondere Atmosphäre, durch die Glasscheibe zum Foyer und die Oberlichter gelangt Tageslicht in den Raum. Bei Bedarf können störende Blicke durch einen Vorhang vermieden werden.
Die zwei zur Linken und Rechten des Gymnastikraums parallel führenden Flure erschließen die eigentliche Sporthalle, die Umkleidebereiche und Nebenräume. Die Haupt- und Nebenräume mit einer einheitlich niedrigeren Nutzhöhe orientieren sich somit nach Süden. Die drei für den Sportbetrieb erforderlichen Geräteräume sowie die nur von außen betretbaren Hausanschluss- und Betriebsräume haben ebenfalls eine niedrigere Raumhöhe und liegen an der Ostseite zur Straße und den Parkflächen.
Die mittig teilbare Sporthalle selbst ist ost- und westseitig orientiert, ihre westliche Längsseite zeigt dabei zum Schulhof. Durch das ebenerdig angeordnete Fensterband werden direkte Blicke von innen nach außen eröffnet und so die Interaktion zum Schulhof zwischen Schüler:innen, Sportler:innen und Gästen gefördert. Zusammen mit dem höher liegenden und nach Osten orientierten Fensterband sowie den Oberlichtkuppeln wird der notwendige Tageslichteinfall gewährleistet. Beide horizontal laufenden Fensterbänder verfügen über einen innen liegenden Sonnenschutz.
Nachhaltigkeitsaspekte wurden bei Planung und Umsetzung der Maßnahme beispielsweise beachtet durch PVC-Verbot, 50%ige Unterschreitung der geforderten ENEV-Kennwerte für die Primärenergie, Minimierung der Hallenkubatur durch Verlegung der Hauptlüftungsleitungen unter den Bodenplatten, aber auch mit der Öffnung des Objektes für Veranstaltungen des Stadtteils und die dementsprechende Auslegung der Halle als Mehrzwecksaal.
Die gewählte Massivkonstruktion unterstreicht den Robustheitsanspruch bei Planung und im Betrieb. So sind die Wände stark überdämmt und die Bodenplatte in Teilen von unten gedämmt, optimierte Stahlgitterträger tragen die Trapezblechkonstruktion. Die Stahlbetondecken sind im Sozialtrakt sichtbar belassen und die Außenwände aus bis zu 60 cm dicken Porotonsteinen errichtet. In der Halle gewährleisten eine umlaufende textile Prallschutzwand sowie die mit Streckmetall ballwurfsicher und akustisch wirksam bekleideten Wände die flexible Nutzung durch die Schüler:innen, Vereinssportler:innen und Gäste.
| Projekt | Sporthalle Astrid-Lindgren-Grundschule |
|---|---|
| Ort | Cottbus/Chóśebuz, OT Schmellwitz |
| Zeitraum | 09/2014 - 09/2015, 02/2017 - 03/2019 |
| Auftraggeber:in | Stadt Cottbus |
| Leistungsumfang | LP 1-9 |
| Kategorie/n | Architektur Bildung & Soziales |